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Institut für Rhetorik und Personalentwicklung

Dr. Detlef Hauck

„Meine persönliche Vorstellung“

 

Hätte man mich im jugendlichen Alter in der Schule beim Vorlesen oder beim Vortrag eines Referats erlebt, wäre die Vorstellung befremdlich gewesen, dass aus dem Vortragenden, der sich mit unzähligen „äh’s“ dem erlösenden Ende zu nähern versucht, einmal ein Coach und Rhetoriktrainer wird. So jedenfalls empfinde ich mich selbst im Rückblick.

 

Was nicht heißen soll, dass ich nicht Interesse und Freude an Sprache und an der Magie von Wörtern gehabt hatte – ganz im Gegenteil, es waren allerdings die geschriebenen. Bei ihnen wiegte ich mich irgendwie in Sicherheit.

 

Natürlich hatten diese Defizite etwas mit meiner Persönlichkeitsentwicklung zu tun; deshalb nun aber bitte keinen psychoanalytischen Diskurs: Freud habe ich seit meinem 16. Lebensjahr zur Genüge studiert.

 

Es blieb also zunächst beim geschriebenen Wort – und weil auch das ohne die soziale Tiefe menschlichen Miteinanders nicht existieren würde, war es nur ein kleiner Schritt zu den Themen „Kommunikation, Dialog und Ethik“. Vielleicht war ich still, aber nie unkommunikativ. Und aus der Not wird bisweilen tatsächlich eine Tugend: Als Zuhörer war ich stets gefragt.

 

Psychologie, Philosophie und Germanistik blieben meine Themen! Und ich machte sie im Studium zu meiner Profession, durchaus mit Erfolg.

 

Nach dem Staatsexamen bildete die Promotion über den französischen Ethiker Emanuel Levinas den Höhepunkt dieser Entwicklung. Levinas hat mich sehr fasziniert und beeinflusst. ‚Wir’ sind immer nur in der Spur des Anderen – unseres Mitmenschen. Das Gesagte (le dit), das, was wir über ihn sagen, ist das Totalitäre, das den Anderen unterdrückt. Nur im ’dire’ – im stetigen Sagen, im Sprechen mit ihm, drücken wir unsere nie endende ‚Ver-antwortung–ung’ ihm gegenüber aus. Sprache wird zur ‚poesis’. Welche Faszination!

 

Die bundesdeutsche Bildungsdefensive beendete meinen Höhenflug und die universitäre Laufbahn. Und das war vielleicht gut so, denn ich begann meine pädagogische Ausbildung und entdeckte, wie ebenso und anders faszinierend es war, die erworbenen Inhalte – didaktisch mehr oder weniger sorgfältig in Lernzielen verpackt – mit-zu-teilen – und zu entdecken, dass dieses ‚Teilen’ größtenteils sogar angenommen wurde.

 

Die Bildungsdefensive beendete nach meinem 2.Staatsexamen auch diesen Lebensabschnitt. Absoluter Einstellungsstopp für Pädagogen! - Und auch das war gut so, denn die Vorsehung wartete noch mit ganz anderen Größenordnungen auf: Erwachsenenbildung beim Berufsfortbildungswerk des DGB, und wie die Jungfrau zum Kinde (nein es gibt keine Zufälle): Betriebsratsmitglied, Gesamtbetriebsratsmitglied, Ausschussvorsitzender, Vorsitzender eines NRW-Ausschusses in einem Unternehmen mit ca. 3000 Beschäftigten. Ich nenne diese Phase meine Praxiszeit. In wie viele kalte Wasser ich damals springen musste, weiß ich nicht mehr. Ich erinnere mich jedenfalls noch lebhaft an meinen ersten Auftritt als NRW-Vorsitzender in einem Saal, der mit 600 Personen gefüllt war. Das erste Mal mit Mikrofon – und ich habe so gesprochen, als gäbe es keines. Dennoch: Die flammende Rede gegen Personalabbau kam rüber!

 

In den insgesamt 8 Jahren dieser Phase lebte und erlebte ich Kommunikation, Dialog (oder wie er nicht sein soll), Moderation, Verhandlungsführung und: Rhetorik, Rhetorik, Rhetorik.

 

Ich weiß nicht, ob ich in dieser Zeit Blut geleckt habe. Der Stillere begann Spaß daran zu finden, extrovertiert zu handeln. Deshalb wahrscheinlich auch der Schritt zur Gründung des Instituts für Rhetorik und Personalentwicklung: die Fokussierung und Professionalisierung all der Themen, die mich so lange begleitet haben.

 

15 Jahre Selbstständigkeit hat mich mit interessanten Menschen zusammengeführt; hat mir gezeigt, Höhen und Tiefen gelassener zu erleben; hat die Freude, kreativ zu leben, nur noch intensiviert. In diesen Jahren habe ich doppelt und dreifach mehr gelernt als in Schulzeit und Studium zusammen: nicht nur durch zahlreiche Weiterbildungen, nicht nur durch das eigene Studium neuester Entwicklungen in Psychologie, Gehirnforschung und Kommunikation – nein, durch den Kontakt mit den Menschen selbst, mit der Lebensvielfalt, die in all diesen Biografien zum Ausdruck kommt.

 

Mein bislang letzter ‚Entwicklungsschritt’ war der Sprung in das kälteste Wasser: ein privates Gesangsstudium (klassischer Gesang) seit nunmehr 10 Jahren. Welch ein faszinierendes Gefühl, die letzten Bastionen alter Blockaden aufzubrechen. Haltung, Atmung, Lautbildung bis ins kleinste Detail - in jedes Wort, in jeden Ton ein Gefühl, einen Ausdruck hineinlegen zu können.

Im Singen kann man sich nicht mehr verstecken – und man möchte es auch nicht mehr!!!

 

 

Personen, die mir viel bedeuten:

Sokrates, der erste Rhetoriker

Albert Camus, der das Licht und die Sonne pries

Emanuel Levinas (s.o)

Milton Erickson, der geniale Hypnotherapeut

Franz Schubert, der die Dialektik von Schönheit und Traurigkeit komponierte und der die schönsten Lieder schrieb

Simon Rattle, der faszinierende Dirigent

Gert Voss, der große Schauspieler

Wolfram Siebeck und jüngst auch Alfons Schuhbeck, weil die so viele leckere Kochrezepte kennen, die ich nachkochen kann

meine Frau und meine Tochter, weil ich bei ihnen all die anderen vergessen kann!

 

 

 

 

 

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